Fr1da – Frühe Diagnose des Typ-1-Diabetes – Was ist das?
Wussten Sie schon, dass Typ-1-Diabetes die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter ist? In Deutschland ist etwa 1 von 250 Kindern und Jugendlichen davon betroffen. Fast 90 Prozent der erkrankten Kinder haben keine nahen Verwandten mit Typ-1-Diabetes. Das heißt, die Erkrankung kann jedes Kind treffen.
Das Problem bei Typ-1-Diabetes ist, dass man ihn meist erst erkennt, wenn es bereits zu schweren und zum Teil auch lebensbedrohlichen Symptomen gekommen ist. Hier setzt die Fr1da-Studie an und bietet allen Familien in Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen die Möglichkeit, mit ihren Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren an der Typ-1-Diabetes-Früherkennung teilzunehmen: Dank eines einfachen und kostenlosen Bluttests kann die Erkrankung bereits in einem frühen Stadium festgestellt und früh behandelt werden.
Anhand weniger Blutstropfen Ihres Kindes lässt sich feststellen, ob sogenannte Inselautoantikörper vorhanden sind. Inselautoantikörper sind Zeichen einer Entzündung der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse; sie können bereits Jahre bevor es zu einem Insulinmangel und zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt im Blut nachgewiesen werden.
Wie kann ich mein Kind testen lassen?
Die Untersuchung kann im Alter von 3 bis 10 Jahren im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung (U7a bis U11) oder auch bei jedem anderen Praxisbesuch durchgeführt werden. Jedes Kind kann 2 Mal an Fr1da teilnehmen, sofern kein frühes Stadium des Typ-1-Diabetes festgestellt wurde. Seit der letzten Untersuchung müssen mindestens 12 Monate vergangen sein: Ein Kind kann also beispielsweise während der U7a an der Studie teilnehmen und dann noch einmal während der U11.
Die Bestimmung der Inselautoantikörper erfolgt anhand weniger Blutstropfen. Diese werden durch einen kleinen Stich in den Finger gewonnen. Die Blutprobe wird an das Labor des Instituts für Diabetesforschung geschickt und dort untersucht. Die Blutabnahme am Finger stellt für Ihr Kind keinerlei Gefahr oder Risiko dar. Es könnte zu einem kleinen Bluterguss, einer Schwellung oder einer Infektion kommen. Das Risiko für eine Infektion ist aber sehr gering.
Machen Sie mit und lassen Sie Ihr Kind einfach und kostenlos in Ihrer Kinderarztpraxis testen!
Vorteile einer Teilnahme
Die Typ-1-Diabetes-Früherkennung …
- hilft, die Erkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen und dadurch gut zu behandeln: Typ-1-Diabetes lässt sich im Blut bereits Jahre vor den ersten Krankheitszeichen sicher und einfach erkennen. Das ist wichtig, um die Insulintherapie zu einem richtigen Zeitpunkt zu beginnen und eine stationäre Behandlung im Krankenhaus zu verkürzen, oder im besten Fall zu vermeiden. Ein paar Blutstropfen aus dem Finger reichen aus, um diesen Test durchzuführen.
- hilft, eine schwere Stoffwechselentgleisung zu verhindern: Noch immer sind viele Menschen mit Typ-1-Diabetes bei der Diagnosestellung von einer schweren Stoffwechselentgleisung betroffen. Die Früherkennung kann dies verhindern.
- hilft, mit einer frühen Behandlung den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen
- hilft, den betroffenen Familien Unsicherheiten und Ängste über Typ-1-Diabetes zu mindern: Sollte ein Frühstadium der Erkrankung festgestellt werden, erhalten die betroffenen Familien eine intensive Schulung. Diese informiert über die Krankheitssymptome, den Umgang mit der Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten. Außerdem erhält jedes Kind einen individuellen Vorsorgeplan.
- hilft, frühzeitig an innovativen Präventionsstudien teilzunehmen: Es gibt heute bereits innovative Behandlungsstrategien, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Diese werden momentan im Rahmen von klinischen Studien angeboten und getestet. Interessierten Familien bieten wir die Möglichkeit, an solchen Studien teilzunehmen.
Eine Zusammenfassung dieser 5 guten Gründe für eine Teilnahme finden Sie in unserem Fr1da-5-gute-Gründe-Flyer.